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(rsn) Nach einem Geheimtraining auf einem
Flugplatz will Audi am kommenden Wochenende in der
Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) endlich
zum Höhenflug ansetzen. Der Zeitpunkt dafür könnte
nicht besser gewählt sein. Drei Wochen nach dem
Dreifach-Triumph von Le Mans steht für die Ingolstädter
am Sonntag (14.00 Uhr/live in der ARD) das DTM-Heimspiel
auf dem Nürnberger Norisring auf dem Programm.
Für Audi läuft es in der DTM in diesem Jahr noch nicht
richtig rund. Rivale Mercedes gewann zwei der bisherigen
drei Saisonrennen und feierte zuletzt auf dem EuroSpeedway
Lausitz einen überlegenen Dreifach-Erfolg. "Wir haben aus
diesen Rennen aus verschiedenen Gründen nicht so viel
herausgeholt, wie wir uns das vorgestellt haben", sagt
Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich im Interview.
Audi ist auf dem Norisring stark unter Druck. Mehr als
100.000 Zuschauer, viele davon Audi-Mitarbeiter, werden
zum DTM-Rennen des Jahres erwartet. Deshalb waren
die Vorbereitungen laut Ullrich auch intensiver als sonst.
"Wir waren auf dem Flugplatz in Cochstedt in der Nähe
des Lausitzrings und haben dort die Besonderheiten des
Norisrings simuliert", sagt der Audi-Sportchef. Jede
Kleinigkeit wurde geprobt, nichts dem Zufall überlassen.
Für Ullrich ist der Norisring ein ganz spezielles Rennen,
nicht nur wegen der unvergleichlichen Atmosphäre. Auf
dem gerade mal 2,3 km langen Stadtkurs kommt es auf
andere Dinge an als auf den meisten anderen Rennstrecken.
Ullrich: "Es geht in erster Linie um Traktion, Topspeed
und die Bremsen. Und aufgrund der kurzen Strecke muss
man in der Lage sein, noch schneller strategisch zu
reagieren - zum Beispiel bei einem Safety-Car-Einsatz."
Ullrich hofft, dass der Le-Mans-Sieg die DTM-Fahrer
beflügelt. Der Erfolg in Frankreich sei positiv für die
ganze Audi-Mannschaft gewesen. "Es hat sich wieder
einmal gezeigt, was man erreichen kann, wenn man mit
höchster Konzentration und perfekter Vorbereitung einen
Null-Fehler-Job macht", sagt der Audi-Sportchef. Genau
das sei auch am Wochenende auf dem Norisring gefragt."
Vor allem Meister Timo Scheider muss langsam in die
Gänge kommen, wenn er das DTM-Kunststück schaffen
will, als erster Fahrer den dritten Titel in Serie zu gewinnen.
Ullrich steht weiter zu seinem Top-Mann: "Jeder, der ihn
abschreibt, begeht einen großen Fehler." Der Sportchef
verweist darauf, dass Scheider seit diesem Jahr einen
neuen Fahrzeugingenieur habe, und fordert Geduld: "Es
braucht etwas Zeit, bis diese neue Kombination so perfekt
funktioniert wie die alte."
In der DTM-Wertung liegt Scheider mit nur acht Punkten
auf dem siebten Platz. Ganz vorne sind gleich drei
Mercedes-Piloten: Bruno Spengler (26 Punkte), Paul
di Resta (17) und Gary Paffett (16). Bester Audi-Pilot
ist auf Rang vier der zweimalige DTM-Champion Mattias
Ekström (13), der in Valencia den bislang einzigen
Audi-Sieg in dieser Saison holte.
Auch die Statistik auf dem Norisring spricht klar für
Mercedes. Die Stuttgarter sind seit 2002 im "Audi-Land"
ungeschlagen, letzter Audi-Sieger beim Heimspiel war vor
acht Jahren der Franzose Laurent Aiello. Am Sonntag soll
die lange Durststrecke enden. "Wir sind in den letzten
Jahren unserem großen Ziel - dem Heimsieg auf dem
Norisring - jedes Mal einen kleinen Schritt näher
gekommen. Im vergangenen Jahr hätten wir es fast
geschafft", sagt Ullrich.
Vielleicht lässt Audi dem Rivalen aber auch absichtlich
etwas die Vorfahrt, da sich hartnäckig Gerüchte halten,
dass Mercedes bei weiter ausbleibendem Erfolg das
DTM-Engagement beenden und sich ganz auf die
Formel 1 konzentrieren könnte. Derartige Gedankenspiele
weist Ullrich entschieden zurück: "Audi steht mit
Mercedes in einem harten Wettbewerb - auf der
Rennstrecke genauso wie im Markt. Wir haben keine
Geschenke zu verteilen."
Ein bisschen Angst vor einem möglichen
Mercedes-Rückzug hat der Audi-Sportchef aber doch,
wie er im Interview sagt: "Ich denke, es geht mir
wie den Fans: Eine DTM ohne Mercedes wäre nur
schwer vorstellbar."
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