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(rsn) Nach drei silbernen Testtagen sieht Michael
Schumacher rot - und mit ihm der Rest der Formel 1. Denn während
sein neuer Mercedes bis auf ein kleines Hydraulikleck am letzten
Tag zwar weitgehend problemlos, aber noch zu langsam seine Runden
drehte, beeindruckte sein früheres Ferrari-Team mit Felipe Massa
und Fernando Alonso mit Zuverlässigkeit und Bestzeiten.
"Sie sind sehr stark. Es ist schön, zu sehen, dass sie wieder
dabei sind", lobte Schumacher die Scuderia, um sich dann aber
gleich seinem Silberpfeil zuzuwenden. Den sieht er freilich noch
nicht als Siegerauto. Bei der Weiterentwicklung des ersten
"Übergangsautos", wie Teamchef Ross Brawn die in Valencia gefahrene
Version bezeichnete, erhofft sich das "Superhirn" viel
Unterstützung vom zurückgekehrten Rekordweltmeister. "Dafür bin ich
ja hier. Und dass ich Ross so gut kenne und weiß, wie er arbeitet,
macht das alles sehr einfach", meinte Schumacher.
An seinem ersten kompletten Testtag am Mittwoch ließ
Schumacher zunächst nur Kleinigkeiten ändern. So orderte er
beispielsweise für die harte Cockpitwand eine
Schaumstoffpolsterung, um Vibrationen am Helm einzudämmen. Erste
strukturelle Änderungen am Auto werden bis zum zweiten Test ab dem
kommenden Mittwoch in Jerez umgesetzt.
Bis zum Saisonstart am 14. März in Bahrain erwartet Brawn
durch zahlreiche Änderungen und ein großes Aerodynamik-Paket dann
quasi noch einmal ein komplett neues Auto für Schumacher und Nico
Rosberg sowie den neuen Testfahrer Nick Heidfeld. Die Verpflichtung
des Mönchengladbachers gaben die Stuttgarter am Dienstag bekannt.
Schumacher maß den Zeiten von Valencia jedenfalls noch keine
große Bedeutung bei. "Unser Fokus war es, so viele Runden wie
möglich zu absolvieren und zu sehen, wie zuverlässig das Auto ist.
Um Rundenzeiten ging es dabei eher noch nicht", erklärte der 41
Jahre alte Routinier, der auch auf die Zeit setzt, "die wir noch
zur Verfügung haben", und auf das, "was ich hoffe, was noch kommen
wird".
In Schumachers Titelrechnung sind zu Saisonbeginn auch noch
keine Siege eingeplant, sondern "gute Punkte" und vielleicht
Podiumsplätze. "Es ist eine lange Saison", meinte der siebenmalige
Champion. Im Laufe des Jahres will er so konkurrenzfähig sein, "um
Rennen zu gewinnen und um die Meisterschaft kämpfen zu können".
Erst bei den Rennen will Schumacher dann auch auf die
Konkurrenten schauen. Dass er in Valencia am "Tag der Weltmeister"
mit Titelverteidiger Jenson Button und dem zweimaligen Champion
Alonso auf der Strecke war, interessierte ihn da kaum. "Außerdem
ist es auch nicht wichtig, was jemand in der Vergangenheit erreicht
hat, sondern was er in der Zukunft erreichen wird", erklärte er.
Daher wollte auch Alonso der Bestzeit an seinem ersten Tag im
Ferrari keine große Bedeutung beimessen. "Ich glaube nicht, dass
man schon sagen kann, dass wir die klaren Favoriten sind", sagte
der Spanier, der in der Heimat von seinen Fans gefeiert wurde:
"Vielleicht lag es nur an unterschiedlichen Benzinmengen, dass wir
vorne waren. Vielleicht ist es wirklich wahr, dass wir stark sind",
erklärte Alonso, der sich bei Ferrari sehr wohl fühlt und den
verlorenen Sohn Schumacher vergessen machen will.
Sein erster Eindruck sei gut gewesen, meinte Alonso. Das sei
aber auch im letzten Jahr bei Renault der Fall gewesen: "Und dann
kamen wir oft nicht einmal in die letzte Runde im Qualifying."
Für Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug unterdessen ist es nicht
überraschend, dass Ferrari so stark auftritt. "Das ist die Norm. In
den letzten Jahren war Rot gegen Silber das klassische Duell, im
letzten Jahr waren sie mal nicht so stark. Aber dass sie es können,
ist keine Neuigkeit", sagte Haug, der die Roten "ganz klar auf der
Rechnung" hat: "Wie auch McLaren, wie auch Red Bull, die noch nicht
gefahren sind, und auch den einen oder anderen Überraschungsgegner."
Red Bull mit Vize-Weltmeister Sebastian Vettel
hat auf die ersten Tests freiwillig verzichtet, um neun Tage länger
an der Aerodynamik feilen zu können. Der neue "Bulle" wird am
kommenden Mittwoch bei den Testfahrten in Jerez präsentiert.
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