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(rsn) Michael Schumachers Comeback-Countdown läuft,
Weltmeister Jenson Button traut ihm sogar den Titel zu, nur
Norbert Haug bremst eine Woche vor dem Start der Formel-1-Saison
noch ein wenig die Erwartungen. "Ich sehe uns nicht als die Favoriten
für die ersten Rennen, aber auf Sicht auf einem sehr guten Weg,
an der Spitze fahren zu können", sagte der Mercedes-Motorsportchef.
Zwar hat die neue Silberpfeil-Mannschaft das Weltmeisterteam von
2009 als Basis, "Superhirn" Ross Brawn am Kommandostand, dazu
die Kompetenz von Mercedes und im Cockpit Nico Rosberg und
Rekordweltmeister Michael Schumacher, zu den Siegkandidaten
zählt Haug seine Truppe aber noch nicht. Man sei "nicht weit
weg - aber eben auch noch nicht ganz da", sagte Haug, der
die Basis des ersten Mercedes-Werksteams seit 55 Jahren
immerhin als "gut und ausbaufähig" bezeichnet.
Aber erst beim ersten Rennen am Sonntag in Bahrain (13.00 Uhr/MEZ),
Schumachers erstem Start nach 1239 Tagen Pause, zähle es wirklich.
"Noch haben wir keinen WM-Punkt, die Konkurrenz allerdings auch
nicht. Wir wollen uns nun so aufstellen, dass wir auf der Strecke
die Antwort geben können", sagte Haug: "Meiner Meinung nach
sind wir bei den ersten Rennen dazu noch nicht ganz in der Lage,
aber wir werden ganz sicher nach vorne kommen."
Auch dank der Arbeit des 41 Jahre alten Routiniers Schumacher
und des fast 17 Jahre jüngeren Rosberg, der sich auf eine offene
Zusammenarbeit mit dem Rekordweltmeister freut, ein paar kleine
Geheimnisse allerdings gerne für sich behalten würde. "Was
wichtig ist fürs ganze Team, wird offengelegt. Das, was du für
deine besonderen Bedürfnisse austüftelst, die vielen kleinen Details,
die nur für dich passen, die kannst du dann auch schon mal für
dich behalten", sagte Rosberg dem Nachrichtenmagazin Focus.
Schumacher fährt sein erstes Rennen nach 1239 Tagen Pause.
Diese dreijährige Abstinenz könnte nach Rosbergs Meinung unter
anderem dafür sorgen, dass das Team auch auf seine Hinweise
hören wird. "Bei allen Leistungen und allem Können Michaels: Er
saß die letzten drei Jahre einfach nicht im Auto", sagte Rosberg.
Deshalb könnte es für den siebenmaligen Weltmeister schwierig
sein, bestimmte Dinge zu beurteilen.
Nach Schumachers Rückkehr hatte sich das gesamte Interesse
zunächst auf den Kerpener gerichtet, doch in Schumachers
Schatten "habe ich Nico nie gesehen", sagte Haug: "Wenn der
siebenmalige Formel-1-Weltmeister überraschenderweise wieder
zurückkommt, ist es ganz klar, dass darauf zunächst der ganze
Medienfokus liegt. Dass sich das sehr schnell ändern kann, wenn
Nico Rosberg ein Rennen gewinnt oder ganz vorne fährt, dürfen
wir jedoch auch nicht vergessen. Ich kann derzeit nicht sagen,
wer von unseren beiden Fahrern die Nase vorn haben wird."
Der amtierende Weltmeister hat Schumacher allerdings auf seiner
Rechnung. "Warum nicht? Michael ist so stark, wie er einmal war",
sagte Jenson Button im Gespräch mit der Welt am Sonntag. Der
30-jährige Brite, der durch seinen Wechsel zu McLaren beim
Brawn-Nachfolgeteam Mercedes quasi den Platz für das Comeback
des 41-jährigen Kerpeners freigemacht hat, gibt allerdings auch
zu, dass er mit Schumachers Rückkehr nach drei Jahren Pause
nicht gerechnet hatte: "Aber Michael hat offensichtlich wie viele
andere Top-Sportler Schwierigkeiten, ohne seine Passion zu leben."
Jetzt hat sich Schumacher der Formel 1 wieder komplett
verschrieben. Ein geschäftliches Meeting am Montag, Koffer
packen am Dienstag, dazu leichtes Training zu Hause - so beginnt
Schumachers letzte Woche vor dem Comeback. Am Mittwoch
macht sich der Kerpener dann gemeinsam mit seiner Ehefrau
Corinna im Privatjet auf den Weg nach Manama in Bahrain, wo
am Donnerstag in einer Mercedes-Niederlassung für ihn und
Rosberg eine Saisoneröffnungs-Pressekonferenz stattfindet.
Später folgt noch die offizielle Pressekonferenz des
Automobil-Weltverbandes FIA, bevor sich am Freitagmorgen
im freien Training dann endlich die Räder drehen.
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